Und immer wieder dieselbe Frage…

Lasse erzählt euch von seinem Kurzaustausch in China und wie er (fast) ganz nebenbei seine Austauschfamilie fand

 

"Warum China?", diese Frage in Kombination mit einem verwunderten Gesichtsausdruck habe ich in letzter Zeit häufiger erlebt. Wenn man in den USA, Irland, Frankreich oder Spanien seinen Austausch verbringt, fragen wohl die wenigsten kritisch nach. Aber China finden viele immer noch abwegig.

Bis vor einem Jahr wäre es mir vielleicht ähnlich gegangen – bis ich  für zwei Wochen auf ein kleines Abenteuer nach China aufbrach und mich in das große Land sofort verliebte! :)

China auf Probe

Damals kam ich aus der Schule und meine Mutter erzählte mir von einem Kurzaustauschprogramm nach China ("Culture Connections China"). Sie hatte davon im YFU-Magazin gelesen. YFU („Youth For Understanding“) ist die Austauschorganisation meiner Schwester, deswegen erhalten wir auch regelmäßig dieses Heft. Das Programm sah zwei Wochen in einer chinesischen Gastfamilie vor, mit einem umfassenden Tanz- und Theaterprogramm vor Ort.  Und dank der Förderung durch die Stiftung Mercator sogar zu einem sehr günstigen Preis! Weil ich ohnehin gern reise und mir von dieser Reise Einblicke in ein Land erhoffte, das auf mich sehr fremd wirkte und über das ich bisher noch nicht viel wusste, fiel die Entscheidung nicht schwer. Also verbrachte ich die ersten zwei Wochen meiner Sommerferien in Peking. Nach dieser Zeit war ich mir sicher, dass ich gerne ein ganzes Jahr in China verbringen möchte.

Was hatte mich überzeugt?

Die gastfreundlichen Menschen, die interessante, komplexe Sprache und vor allem die geheimnisvolle Kultur. Es war wirklich ein kleiner Kulturschock im positiven Sinne, den ich dort erlebt habe. Aber gerade der macht China für mich so attraktiv. Neue Leute, eine fremde Sprache, anderes Essen, unbekannte Gewohnheiten: das alles war irgendwie faszinierend für mich. Der Hauptgrund, weshalb ich dort so eine gute Zeit hatte, war die Gruppe aus deutschen und chinesischen Schülern, mit denen ich zum Teil heute immer noch Kontakt habe –  und allen voran natürlich mit Yang, meinem Gastbruder. Obwohl die Kommunikation teilweise schwierig war, hatten wir zusammen sehr viel Spaß!

Meine Gastfamilie…schnell gefunden!

Ich habe selten einen so lustigen, schlagfertigen und aufgeschlossenen Menschen wie ihn getroffen. Das alles führte dazu, dass ich Familie Yang (Yang ist zeitgleich Familien- und Rufname meines Gastbruders) erzählte, dass ich gern ein ganzes Jahr in China verbringen würde. Daraufhin boten sie mir großzügig an, mich auch für ein ganzes Jahr aufzunehmen. Das hat mich sehr gefreut! Und so kommt es, dass ich mein Austauschjahr nun in Peking verbringen werde.

Auf ins Abenteuer!

Mein Auslandsjahr habe ich wieder über YFU organisiert, weil ich während meines Kurzaustauschs mit ihnen einfach nur gute Erfahrungen gesammelt habe.  Besonders unsere Vor- und Nachbereitungstagungen, auf denen ich andere Austauschschüler kennengelernt habe und erfahrene Teamleiter mir beim Wiederankommen halfen, blieben mir positiv in Erinnerung. Ich erhoffe mir von meinem Austauschjahr, die chinesische Kultur besser kennenzulernen, viel Spaß mit Yang zu haben, an möglichen Problemen zu wachsen, um erwachsener zu werden – und natürlich auch die Sprache am Ende möglichst fließend zu beherrschen. Ich freue mich sehr auf diese Zeit!